Das Video Dilemma
Man muss folgendes festhalten: Die Videofunktionen, also die Option, Bewegtbilder mittels der hochwertigen und austauschbaren Optik in Full HD aufzunehmen sind fantastisch und für viele (potentielle) Kunden eines der Kernargumente für die Anschaffung der EOS 5D Mark II. So im übrigen auch für mich.
Aber - und das ist leider eine Seite der Medaille, die in fast allen Testberichten in den klassischen Medien unberücksichtigt bleibt: Es gibt eine ganze Reihe von Ärgernissen rund um die Videofunktion. Und das betrifft leider ausnahmslos nicht die Hardware. Die ist gut und hält fast alle Versprechungen. Es dreht sich mehr um die Soft- bzw. Firmware.
Im wesentlichen kann man diese Problematik auf zwei zentrale Bereiche herunterbrechen:
30 Frames per second
Während in vielen Teilen der Welt Filme mit 30 Bildern pro Sekunde der Standard sind, werden in Europa nur 24 Bilder ausgestrahlt. PAL Geräte sind nicht in der Lage, mehr wiederzugeben. Natürlich kann man einen Film konvertieren, allerdings werden bei der Umrechnung zwangsweise Bilder ausgelassen, was zu ruckelhaften Bewegungen führt - oder es werden Zwischenbilder berechnet. Auch dies ist keine Lösung, denn bei manchen Motiven treten Ghosting Effekte auf. In diesem Beitrag kann man die einzelnen Effekte schön sehen: The problem with Canon EOS 5D Mark II video.
Die denkbarste und einfachste Lösung wäre ein Firmware Update, das uns die Möglichkeit gibt, die Framerate bedarfsgerecht anzupassen. Noch interessanter wäre es, wenn man die Framerate sogar zusätzlich nach oben justieren könnte um bspw. 100 Frames pro Sekunde (oder noch mehr) aufnehmen zu können.
Video Einstellungen
Ein anderes zentrales Problem dreht sich ebenfalls um den Videomodus. Im Gegensatz zur Fotografie gewährt die EOS 5D in diesem Modus keinen Zugriff auf die Kombination aus ISO, Verschlusszeit und Blende. Statt dessen wählt sie automatisch für die jeweilige Aufnahme entsprechende Werte aus. Dabei geht sie in dieser Reihenfolge vor:
- Auswahl eines ISO Wertes
- Vorgabe der Verschlusszeit
- Vorgabe der Blende
Und natürlich möchte man genau das nicht, sondern frei wählen und kombinieren, ganz in Abhängigkeit von der gerade zu filmenden Situation.
Dieses Video fasst die Problematik und einen der typischen Hacks ganz schön zusammen:
Auch hier ist es mehr als Wünschenswert, wenn Canon über das bereits angesprochen Update der Firmware mehr Kontrolle an den Nutzer überträgt.
Zwar wurde viel über die Hintergründe dieser Vorgaben diskutiert, eine mögliche Theorie ist die Abgrenzung zur künftig erscheinenden Neuauflage der EOS 1D. Bleibt zu hoffen, dass Canon sich hier etwas bewegt.
Alternative Canonhack
Vor dem Hintergrund der hier beschriebenen Einschränkung hat sich auf www.canonhack.com bereits eine Seite etabliert, die einem Hacker, der die fehlenden Funktionen nachrüstet einen Preis zusagt. Stand heute $9.500. Spenden werden gerne entgegengenommen!